Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel

Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel
Ausstellungsansichten: Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel. © Benjamin Ochse, 2021

Eine fotografische Gegenüberstellung
Fotografien von Karl-Ludwig Lange, Jana Müller / Wiebek Elzel
Gastkurator Benjamin Ochse
Vom 5. Dezember 2021 bis 28. Feburar 2022
Im Neuen Kunsthaus Ahrenhoop

Mit der Präsentation der Positionen von Karl-Ludwig Lange und Wiebke Elzel prallen zwei Welten aufeinander und finden sich in den selbst gewählten fotografischen Themen dennoch wieder zusammen. So unterschiedlich wie die beiden historischen Künstlerkolonien Ahrenshoop an der Ostsee und Murnau in Oberbayern, so konträr sind ihre fotografischen Positionen. Beide Künstler beschäftigen sich mit dem Zerfall von vor Jahrhunderten geschaffenen Kulturlandschaften und ihre Gebäude. Die Ursachen des Zerfalls und dessen Wirkung sind unterschiedlich, aber die Folgen nachhaltig und unumkehrbar für die Umwelt.

Karl-Ludwig Lange beschäftigt sich in seiner 2015 entstandenen Serie mit dem langsamen und fast unbeachteten Zerfall von historischen Stadel, traditionelle bäuerliche Nutzgebäude im Alpenvorland. In den letzten Jahren werden sie dem Zerfall preisgegeben und verschwinden allmählich aus dem Landschaftsbild.

Stadel im Blauen Land
Stadel im Blauen Land. Karl-Ludwig Lange, 2015

Lange dokumentiert diesen Prozess in analoger Schwarz-Weißtechnik, sachlich nüchtern, dokumentarisch wie eine letzte archäologische Bestandsaufnahmen bevor die Überreste der Gebäude völlig verfallen und für immer aus dem kollektiven Bildgedächtnis verschwinden.

Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel
Ausstellungsansichten: Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel. © Benjamin Ochse, 2021

In ähnlicher Art, in analoger Farbfotografie näherte sich 2007-2009 Wiebke Elzel und Jana Müller, dem vom Kohletagebau zur Wüstung freigegebenen Gemeinde »Heuersdorf« in Sachsen. Das dörfliche Idyll im warmen Sommerlicht in Elzels Bildern getaucht ist trügerisch.

Land I.
Land I. © Elzel/Müller, 2009

Die Häuser und Straßen sind verweist, keine menschliche Seele lebt mehr in dem Ort, der Strom und das Wasser wurde abgestellt, die letzten Bewohner umgesiedelt. Die Wüstung in ihrer Arbeit wird zum Sinnbild für die Zerstörung einer Kulturlandschaft durch den Menschen.

Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel
Ausstellungsansichten: Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel. © Benjamin Ochse, 2021

Die Ausstellung soll zu einem Diskurs über den Umgang mit historisch gewachsenen Kulturlandschaften anregen und gleichzeitig auf die historischen Wurzeln der beiden Künstlerkolonien Ahrenshoop und Murnau verweisen.

Weitere Informationen:
Neues Kunsthaus Ahrenshoop
Künstlerhaus Lukas

Ausstellungsansichten: Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel. © Benjamin Ochse, 2021
© Benjamin Ochse, 2021

Ausstellungsansichten: Was bleibt. Kulturlandschaften im Wandel. © Benjamin Ochse, 2021
© Benjamin Ochse, 2021

Weitere Stationen:
15. Juni – 10. August 2022, Haus am Kleistpark / Projektraum, Berlin.